Schubvektorsteuerung für kleine Feststoffraketen
Ein Feststoffmotor brennt bis zum Ende ab – unabhängig davon, ob die Rakete in die richtige Richtung zeigt. erow baut Raketen, die den Motor statt der Luftströmung lenken: ein zweiachsiges Gimbal, angesteuert von einem eigenentwickelten Flugrechner, der Sensorik, Regelung, Bergung und Funk auf einer einzigen Platine vereint.
Status: Qualifikation am Prüfstand. Ein Flug mit geschlossenem Regelkreis wurde bislang nicht durchgeführt; als Nächstes folgt der erste gelenkte Flugversuch.
Gimbal · mk10
Bergung · mk7
Avionik · V3- Erprobungsträger
- EA-475-mm-Rumpf
- Flugrechner
- HRKULES V3RP2040
- Gegründet
- 2019unabhängig
Programm
erow gibt es seit 2019. Jede Rakete der Reihe schließt eine Problemklasse ab, bevor die nächste angegangen wird; die Subsysteme führen eigene Revisionsnummern, unabhängig vom Fahrzeug, in dem sie fliegen.



| Fahrzeug | Zeitraum | Konfiguration | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| EA-2 | 2020 | Ungelenkt, drei Flossen, Feststoffmotor | Flugserie mit Bordkamera; Zündung, Startablauf und Bergung per Ausstoßladung |
| EA-3 | 2021 | Erste gesteuerte Rakete | Erstes Gimbal samt Lenkeinheit; eigene Fallschirm-Bergungssektion |
| EA-4 | 2022 → | 75 mm, kardanisch gelagerter Motor, HRKULES-Avionik | Aktueller Erprobungsträger – Gimbal mk10, Bergung mk7, Avionik V3 |
| Subsystem | Revisionen | Aktuelle Ausführung | Status |
|---|---|---|---|
| Schubvektorsteuerung | mk1 → mk10 | 75-mm-Gimbal, zwei Servos, Schubstangen | Prüfstandstest |
| Bergung | mk1 → mk7 | Pyrotechnisch ausgelöster Kolbenausstoß | Prüfstandstest |
| Avionik – HRKULES | V1 → V3 | RP2040, KiCad-Layout | Prüfstandstest |
| Bodenstation | – | 433-MHz-Empfänger, 3D-gedrucktes Gehäuse | Fertiggestellt |
| Startrampe | v3 | Funkanbindung an Ground Control | In Entwicklung |
Systeme
Drei flugkritische Subsysteme: der Mechanismus, der den Schub ausrichtet, die Platine, die entscheidet, wohin, und der Mechanismus, der die Rakete unversehrt zurückbringt. Alle drei werden im eigenen Haus entwickelt, gebaut und getestet.
2.1
Schubvektorsteuerung
Ein zweiachsiges Motor-Gimbal, von zwei Servos bewegt, richtet den Schub eines Feststoffmotors. Jede Achse hat einen eigenen Regler, und er arbeitet nur, solange der Motor brennt.
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2.2
Avionik – HRKULES
Eine selbst entwickelte Platine für Sensorik, Regelung, Bergungsauslösung, Datenaufzeichnung und Funk, die nach einem festen 200-Hz-Takt arbeitet.
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2.3
Bergung
Eine Zündpille zündet eine kleine Ladung, die einen Kolben antreibt, und der Kolben schiebt Fallschirm und Nasenkonus aus dem Rumpf. Wann, entscheidet der Flugrechner anhand seiner Sensordaten.
Mehr erfahrenArchitektur
Ein Durchlauf der festen 200-Hz-Schleife: IMU und Barometer auslesen, den Zustandsautomaten über einen Phasenwechsel entscheiden lassen, die Zustandsschätzung aktualisieren und im Antriebsflug beide PID-Achsen berechnen und die Servos ansteuern. Anschließend wird der Zyklus aufgezeichnet und das Telemetriepaket gesendet. Phasenwechsel richten sich nach dem, was die Sensoren melden.
Flugsoftware
Die Flugsoftware ist um einen Zustandsautomaten herum gebaut. Jeder Phasenwechsel wird aus den Sensordaten erkannt und entprellt, jede Phase hat ihre eigene Zeitsperre, und ein Reserve-Timer deckt die Auslösung ab. Jeder Übergang löst eigene Aktionen aus: Gimbal, Auslöseladung und Flugprotokoll werden jeweils im richtigen Moment bedient.
- Phasenwechsel
- aus den Sensordaten erkannt, entprellt
- Aktionen
- ein Callback je Übergang
- Fehlerbehandlung
- je Subsystem erfasst, aktuell und gespeichert
- Startfreigabe
- ein ausgefallenes flugkritisches Subsystem hält die Rakete am Boden
- Telemetrie
- Phase und Fehlerstatus in jedem Paket
Fehler werden zweifach erfasst: die aktuell anstehenden und alle, die seit dem Start aufgetreten sind. Ein Fehler, der nur zeitweise auftritt, bleibt in der aktuellen Anzeige unsichtbar – dafür gibt es die Speicherung. Fällt beim Start ein flugkritisches Subsystem aus, startet die Hauptschleife gar nicht erst und die Status-LED blinkt: Die Rakete bleibt am Boden, statt mit unzuverlässigen Daten zu fliegen.
Ground Control und Simulation
Die Software rund um die Rakete bekommt dieselbe Sorgfalt wie die Rakete selbst.
Startbetrieb
Starts folgen einem schriftlichen Ablauf, der laut vorgelesen und Schritt für Schritt abgehakt wird: Vorbereitung, Sicherheit, Aufbau, Countdown, Bergung und Daten.
Abbildungen
Hardware, Erprobungsträger und CAD aus der laufenden Kampagne.






